Vitalstoffmangel bei Burnout

Eine chronische Erschöpfung oder Burnout wird gerne in die Psycho-Ecke gestellt. Viel weniger wird dabei beachtet, dass die Art wie wir leben unausweichlich zu emotionalen und psychischen Veränderungen führt.

Fotolia_13681950_XS

Ein gesunder  Zellstoffwechsel ist die Grundvoraussetzung für die körperliche Gesundheit. Fährt der Stoffwechsel auf Sparflamme weil wir uns zu wenig bewegen oder nehmen wir zu viel an Fertignahrung zu uns?

Durch Umweltfaktoren ist der Körper in den letzten Jahrzehnten zusätzlich einer Vielzahl von Industriegiften, Schwermetallen, Arzneimittel und Elektrosmog ausgesetzt. In Ihrem Buch „Der Burnout Irrtum“ schildern Uschi Eichinger und Kyra Hoffmann eindrucksvoll anhand verschiedene Labormarker einen chronischen Vitallstoffmangel bei Burnout-Patienten. Auffällig sind dabei v.a. der Mangel an Omega 3 Fettsäuren und ein Überschuss an Omega 6, die v.a. in Fertignahrung und tierischen Produkten enthalten sind.

Nun gibt es durchaus Menschen, die sich einigermaßen gesund ernähren und trotzdem an einer Erschöpfungsdepression erkranken. Das hängt möglicherweise damit zusammen, dass viele der gängigen Powerfoods wie Brokkoli, Bohnen, Spinat, Beeren oder Hülsenfrüchte durch falsche Lagerung und Erhitzen nicht mehr ausreichend Nährstoffe enthalten.

Die Hauptquelle für pflanzliches Omega 3 ist Leinöl und Chiasamen.  Vor kurzem habe ich auch das Caps Omega 3 vegiplus von Ringana entdeckt.  Diese hochwertigen Produkte unterstützen v.a. die Leber bei Entgiftungsprozessen.

Bewegungstipps:

– ein täglicher Spaziergang von mindestens 20-30 Minuten oder 10.000 Schritte bringt den Stoffwechsel auf einen Mindestpegel.

– suchen Sie sich eine Yoga, Tai Chi,  Qi Gong oder Pilates Gruppe, wo sie mindestens einmal in der Woche regelmäßig üben können.

– nutzen Sie jede Möglichkeit aus, um sich mehr zu bewegen und den inneren „Schweinehund“ auszutricksen z.B. das Auto weiter weg vom Zielort zu parken oder eine Station früher aus der U-Bahn auszusteigen. Treppen steigen, statt den Aufzug zu nehmen!

Macht der Job kaputt? – Frühverrentung dramatisch angestiegen

Die Zahl der Frühverrentungen in Deutschland hat aufgrund von psychischen Erkrankungen dramatisch zugenommen.  Die Zahl der Betroffenen stieg innerhalb von zehn Jahren um rund 25.000 auf 75.000 im Jahr 2012, wie die Psychotherapeutenkammer unter Berufung auf die Rentenversicherung mitteilte. Im Durchschnitt sind die Menschen dann erst 49 Jahre alt. 

Kammerpräsident Rainer Richter sagte: „Psychisch kranke Frührentner werden praktisch abgeschrieben.“ Dabei könnte vielen Kranken geholfen werden – mit besserer Behandlung oder mehr Rehabilitation inklusive Therapien und Trainings. Arbeit sei nicht nur belastend, sondern könne die Betroffenen auch stabilisieren, wenn ihre Leiden angemessen behandelt werden. 

Die Dunkelziffer der Menschen, die aufgrund von Stress im Job und andere emotionale Belastungen leiden, dürfte deutlich höher sein. Die Kosten durch Fehlzeiten bei Erkrankungen wie Burnout (Erschöpfungsdepression) kostet den Unternehmen Milliarden. Das Rentenversicherungssystem wird durch die Frühverrentung erheblich belastet, den Betroffenen ist mit einer Niedrigrente nicht wirklich geholfen.

Warum wird kaum gehandelt?  Immer noch wird zu wenig in ein nachhaltiges Gesundheitsmanagement investiert.

– Nur die wenigsten Betriebe führen eine Gefährdungsanalyse gemäß 

ArbSchG § 5 durch, wonach die psychosozialen Belastungen erfasst werden müssen.

– Eine Gefährdungsanalyse bildet eine wichtige Grundlage für die Entwicklung eines Handlungsleitfadens und eine jährliche Evaluierung von bereits implementierten Maßnahmen.

– Viele Untersuchungen (u.a. Stress-Report Deutschland) belegen, dass die Führungskräfte in Deutschland beim Thema „Soziale Kompetenz“ deutlich schlechter abschneiden als ihre europäischen Kollegen. Hier ist Handlungsbedarf! Führungskräfte sollten den Umgang mit Menschen lieben, sie fördern und begleiten und nicht wie Kostenfaktoren behandeln.

– Die Eigenverantwortung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Sachen Gesundheit und Stressresilienz kann durch viele Maßnahmen im Betrieb auf vielfache Weise gefördert werden z.b. durch mehr Bewegung, bessere Ernährung und Mentaltraining.

Deutschland hat nicht nur ein demografisches Problem, sondern geht die naheliegensten Fragen der Volksgesundheit nicht wirklich an.