Wenn das Team nicht mehr will

Wenn ein Team nicht mehr an einem Strang zieht, sind die Unternehmensziele und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten gefährdet. Es ist häufig ein schleichender Prozess und wichtig die Anzeichen frühzeitig zu erkennen. Folgende Fragen sollte sich die Führungskraft stellen:

  • Ist der Krankenstand gestiegen? Wer motiviert zur Arbeit kommt, macht seltener blau.
  • Sind die Rollen klar definiert? Wer ist für welche Aufgaben zuständig? Sind die Arbeitsplatzbeschreibungen noch aktuell?
  • Gibt es einen „Störenfried“ im Team, der negative Stimmung verbreitet und das ganze Team „vergiftet.“
  • Wie sieht es mit der Fehlerquote und Zuverlässigkeit aus?
  • Funktioniert die Kommunikation im Team?
  • Gibt es nur Dienst nach Vorschrift oder eine Bereitschaft sich mit eigenen Ideen einzubringen?

Successful business team showing strength and powerEin motiviertes Team ist wie eine Fußballmannschaft, wo alle mit der gleichen Zielsetzung sich den Ball zuspielen. Der Sieg ist immer dann gefährdet, wenn einzelne sich nicht mehr dem Team zugehörig fühlen und somit Lücken entstehen, die der Gegner im Spiel ausnutzen kann.

Ein hilfreiches Instrument der Mitarbeiter- und Teamführung ist das Mitarbeitergespräch. Wenn solche Gespräche gut, regelmäßig und ohne Druck geführt werden, kommen alle Themen auf den Tisch, die möglicherweise den Teamgeist stören.

Seit 2013 schreibt das Arbeitsschutzgesetz die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz vor. Aus den Ergebnissen einer solchen Beurteilung, sollte ein konkreter Maßnahmenkatalog erarbeitet werden.

Reino Gevers – Trainer für selbstbewusste Teams

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Was ist Unternehmensvitalität?

Happiness and joy. Young happy female

 

Von Reino Gevers

Im Wettbewerb um Kunden und Märkte geht es längst nicht nur um „Vorsprung durch Technik“. Innovative und vitale Unternehmen erkennen wir an der Motivation ihrer Mitarbeiter, die sofort in positive Resonanz mit dem Kunden gehen.

Es gibt nur wenige Unternehmen, die es verstanden haben, dass eine Investition  in die Gesundheit und Weiterbildung der Führungskräfte und Mitarbeiter, der entscheidende Vorsprung ist.

In der digitalen Welt, wo die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit immer fließender werden, können wir nicht mehr zwischen den  Lebensbereichen trennen. Wohlbefinden und Glück in Beruf und Familie sind untrennbar miteinander verbunden. Der Mensch muss mit seinen ganzheitlichen Bedürfnissen und Gefühlen wahrgenommen werden.

Fehlzeiten aufgrund von psychischen Erkrankungen, wie Erschöpfungsdepression oder Burnout, haben in der Regel einen Vorlauf von mehreren Jahren des extremen Ungleichgewichts zwischen Anspannungs- und Erholungsphasen. Diese können sich auch aufgrund einer privaten Belastungssituation ergeben, die einem Vorgesetzten nicht bekannt ist.

  • Ein betriebliches Gesundheitsmanagement sollte in einem nachhaltigen Gesamtpaket eingebettet werden. Einzelne Maßnahmen, wie der Obstkorb auf dem Schreibtisch reichen bei weitem nicht aus. Vielmehr sollten Beschäftigte innerhalb des Betriebes eine erste Anlaufstelle haben, wenn es um die Lösungssuche aus einer belastenden Situation geht.
  • Die Selbstverantwortung in Sachen Gesundheit und Vorsorge sollte aktiv vom Unternehmen gefördert und unterstützt werden.
  • Weiterbildungsmaßnahmen sollten nicht nur auf technische Themen bezogen, sondern fortlaufend die „soft skills“ optimieren. Dazu gehören Trainings zu Führungskräfteverhalten, Teammotivation, Stress-Resilienz und mentale Fähigkeiten.

Mitarbeiter, die sich an ihrem Arbeitsplatz wertgeschätzt fühlen strahlen diese positive Resonanz beim Kunden aus und gewinnen die Besten der Besten auf dem Markt.  Eine starke, vitale und motivierte Belegschaft ist Ideenreich und in der Lage sich schnell an neue Marktgegebenheiten anzupassen. Solche Unternehmen haben in Krisenzeiten und im internationalen Wettbewerb den entscheidenden Vorsprung während andere in eine systemische Erschöpfungsspirale nach Unten taumeln.

 

 

 

Zucker: Der Tod kommt mit der Verlockung des süßen Geschmacks

zuckerIn den 50er Jahren entdeckten die ersten Forscher den Zusammenhang zwischen Lungenkrebs und das Rauchen. Die Tabak-Industrie war alarmiert und „kaufte“ prominente Ärzte ein, um eine Gegenmeinung zu vertreten. Dr Ian MacDonald, ein bekannter Krebsspezialist, wurde mit den Worten zitiert: „Eine Packung am Tag hält den Krebs fern.“ Dr Henry Garland verteidigte immer wieder öffentlich das Rauchen als eine harmlose Betätigung, die keinen Zusammenhang zum Krebs habe.

MacDonald starb einige Jahre später in einem Hausbrand, nachdem eine Zigarette vermutlich seine Kleidung in Brand gesetzt hatte. Garland, der gerne von sich behauptete bereits als Kind geraucht zu haben, starb später selbst an Lungenkrebs.

Heute gibt es eine enge Verbindung zwischen der Medizin, Pharma und Nahrungsmittelindustrie. Ernährung- und Bewegungslehre in der Ärzteausbildung? Fehlanzeige. Das Budget der Krankenkassen für Präventionsmaßnahmen? Fehlanzeige. So entfallen lediglich ein Prozent der Gesamtausgaben auf die Gesundheitsvorsorge, wie aus den Quartalszahlen des GKV-Spitzenverbandes hervorgeht. Die bürokratischen Hürden für einen Krankenkassenzuschuss für Yoga und Taiji Stunden werden immer höher angesetzt, so dass der Verdacht nahe liegt, dass hier andere Interessen im Spiel sind.

Kommt hier nicht der Verdacht, dass der Patient möglichst lange in einem System am leben erhalten bleiben soll, damit die „bösen drei“ ihren maximalen Profit erzielen können. Es geht hier nicht um gesundung, sondern im besten Fall um eine Therapie der medikamentösen „Schmerzlinderung.“

Fangen wir mit der Ernährung an. Wie mit dem Rauchen wird die Menschheit in 50 Jahren über unsere Ernährungsgewohnheiten nur den Kopf schütteln.

Weißer Zucker, den es in Übermaß in fast jedem Fertignahrungsmittelprodukt gibt, macht uns krank und ist eine der Hauptursachen für den rasanten Anstieg der Stoffwechselerkrankungen wie Krebs, Diabetes II , Adipositas und vermutlich auch Erschöpfungsdepressionen.

Der europäische Durchschnittsbürger schafft es auf rund 40 Kilogramm reinen Zucker pro Jahr. Das entspricht pro Person einem Zuckerverbrauch von etwa 37 Zuckerwürfeln am Tag. Meistens findet sich der Zucker „versteckt“ in Brotaufstrichen, Frühstücksbrötchen, Konserven, Saucen, Milch, Ketchup und vieles mehr.

Schon die durchschnittlich am Tag konsumierte Zuckermenge reicht aus, um das Immunsystem deutlich zu schwächen. Es bilden sich im Darm Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten. Forscher der University of Utah haben festgestellt, dass bereits ein geringer Verzehr von raffiniertem Zucker bei weiblichen Mäusen zu einer Verdopplung der Sterberate führte.

Bei weißem Zucker sind fast alle Nährstoffe entzogen worden. Zucker wird aus Zuckerrohr, einem großen Süßgras, raffiniert. Bei der Verarbeitung von rohem Zuckerrohrsaft zu Zucker gehen fast alle Vitamine, Mineralstoffe und sekundären Pflanzenstoffe verloren. Übrig bleiben nur leere weiße Kalorien, die für die Säugetier-Biologie wie Gift wirken.

Da raffinierter Zucker ein Anti-Nährstoff ist werden  die Nährstoffreserven geplündert, um den Zucker zu »verarbeiten«. Die Folge: Vitalstoffmangel auf der zellulären Ebene. Bei einem Mangel an den notwendigen Spurenelementen, Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen versagen Systeme und Organe des Körpers v.a. Krebszellen lieben raffinierten Zucker.

Schlimmer noch. Zucker führt zu einem Suchtverhalten. Fangen wir wirklich damit an Limonaden, Kuchen, Eis, Ketchup, Schokolade und Chips aus unserem Speiseplan zu verbannen, kann es sein, daß wir plötzlich Entzugserscheinungen und einen Heißhunger auf einen Big Mac haben. Zucker aktiviert das Belohnungssystem im Gehirn. Der süße Stoff bewirkt, dass bestimmte Botenstoffe, wie Dopamine, freigesetzt werden, die für Wohlbefinden sorgen. Die Zeitschrift Journal of Psychoactive Drugs schrieb in einer 2010 veröffentlichten Studie, Zucker führe bei manchen Menschen zu einer Freisetzung von euphorisierenden Endorphinen im Gehirn, ganz ähnlich wie abhängig machende Drogen.

Als ersten Schritt zur Befreiung von der Zuckersucht sollten wir ausschließlich Obst und Gemüse aus organischem Anbau essen. Bio-Obst und -Gemüse enthält natürlichen Zucker, oder »komplexe Kohlenhydrate«. Bio-Produkte schmecken nicht nur besser, sondern die komplexen Kohlenhydrate werden auch langsamer aufgespalten als einfache Kohlenhydrate. Deshalb sendet der Körper nicht so schnell »Heißhunger«-Signale an das Gehirn. Unbehandelte Nüsse und Samen zusammen mit Studentenfutter aus getrockneten ungesüßten Bio-Früchten sind perfekt für jemanden, der seine Zuckersucht bekämpft. Weiteren Ersatz für raffinierten Zucker:

  • Unbehandelten und natürlicher Honig aus dem Bioladen. Honig hat ausserdem eine wissenschaftlich erwiesene antimikrobielle, antioxidative und appetitzügelnde Wirkung.
  • Vollrohrzucker (Bio) aus Zuckerrohr gewonnen, enthält wichtige Mineralien
  • Zückerrübensirup
  • Melasse
  • Stevia
  • Xylit

Nur durch eine strategische Wahl von gesunden Lebensmitteln und Powerfoods, können wir gesund bleiben und dem Körper die Nährstoffe zuführen, die wir brauchen. Es führt auch kein Weg daran vorbei, das Immunsystem und somit die Stressresilienz mit Omega 3 und anderen Nahrungsergänzungsmitteln zu stärken.

Links:

Powerfoods- und Powerpacks

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Falle Zuckerersatzstoffe

Das große Rad der Natur – der Mensch im Netz des Lebens?

Lichtblick

Einer der renommiertesten Astronomen der Gegenwart, Sir Martin Rees, warnt in seinem Buch: “Unsere letzte Stunde”, dass die Menschheit vor einer einschneidenden Epoche stehe. Wir sollten begreifen, dass unsere technischen Errungenschaften einen Höhepunkt der menschlichen Entwicklung geworden seien– aber eben genau dieser “Fortschritt” das jähe Ende des Homo Sapiens einläuten könne.

Zeit darüber nachzudenken, wo unsere Verbindung zum Netz des Lebens verloren gegangen ist. Tiere und Pflanzen leben in ökologischen Nischen und haben sich optimal ihrer Umgebung angepasst. Das hat der Mensch auch – in den unwirtlichsten Regionen, wo er normalerweise nicht überleben könnte. Wir haben dabei leider eine gnadenlose “Raubtiermentalität” entwickelt und nicht verstanden, dass auch die Gesetze der Natur gnadenlos sein können, wenn es darum geht das Leben in seiner Ganzheit zu erhalten.

Je weiter der Mensch den Raubbau vorantreibt, desto größer wird die Gefahr einer globalen Katastrophe. Durch die Ausrottung von immer mehr Arten zerreißen wir immer mehr Fäden in dem Netz des Lebens von dem auch wir abhängig sind.

Die Spezies, die sich nicht dem Netz des Lebens fügt stirbt aus. Diese “Schöpfungsintelligenz” wird einem sehr bewusst, wenn wir Zeit in der unberührten Natur verbringen. Die “Rückverbindung” zu dem Großen Ganzen eröffnet ungeahnte Bewusstseinsebenen. Schon die alten Weisen haben die Natur als “unseren besten Heiler” bezeichnet.

Persönlich habe ich tiefe spirituelle Erfahrungen auf meinen Wanderungen in den Pyränen, den Alpen, dem Jakobsweg und im afrikanischen Busch machen können. Durch das wandern, finden wir zu unserem natürlichen Rhythmus zurück. Vieles, was uns noch vor Tagen in der Hektik des Alltags lebenswichtig war, relativiert sich. In den wenigen noch vorhandenen Regionen der Erde, wo der Mensch kaum eingreifen konnte, werden einem die Augen geöffnet: Alles bedingt einander und ist miteinander verbunden, vom kleinsten Käfer bis zur riesigen Kudu-Antilope oder dem Elefanten.

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Wir nehmen diese Schöpfungswunder in der Regel nur noch als National Geographic Dokumentarsendung oder YouTube-Video als entfernte Realität wahr. Es ist ein einzigartiges und unvergessliches Erlebnis beispielsweise Live vor Ort zu erleben wie komplex und vielschichtig das Leben einer Elefantenherde sich gestaltet – die Vibration der Erde zu fühlen, wenn die jungen Bullen sich raufen und andererseits zu erleben wie die großen Muttertiere sich fast lautlos durch das Gebüsch bewegen.

Auch wir Menschen sind Gemeinschaftswesen. Wer die Verbindung zu seinen Freunden, seiner Familie, seinem Clan verliert, wird einsam und krank. Wir sind alle voneinander abhängig und brauchen einander. Unsere Gesundheit und unsere Lebenserwartung wird dadurch bestimmt, wie gut wir in der Gemeinschaft, in unserem engsten Familienkreis, am Arbeitsplatz und unter denen Menschen wertgeschätzt werden, die uns wichtig sind. Auf Sardinien soll dieser Lebenskreis noch besonders erhalten geblieben sein. Kaum woanders auf der Welt, werden Menschen so alt und bleiben im Alter so gesund.

Unsere größte Herausforderung: Wie machen wir den Sprung vom „Raubtier“ zu einem Wesen welches sich für die gesamte Schöpfung verantwortlich fühlt. Wie schaffen wir eine „Rück-Verbindung“. Einige praktische Übungen:

  • Wie wir atmen zeigt genau an, wo wir gerade sind. Ist die Atmung flach und angespannt, haben wir Stress. Atmen wir in einem natürlichen Rhythmus ein- und aus, sind wir entspannt und in unsere Mitte. Meistens ist uns aber nicht wirklich bewusst, wo wir gerade sind. Wir lassen uns durch die Ereignisse des Tages „durchs Dorf hetzen.“ Es ist eine bewusste Entscheidung sich einen Ruhepol zu gönnen. Das kann eine Meditation der Stille, eine Yoga-Stunde, ein Saunagang oder ein Spaziergang sein.
  • Haben wir gerade viel Stress in unserem Leben und fühlen uns seit Wochen müde und erschöpft hilft nur noch eine Auszeit. Raus aus dem Alltag, ein Ortswechsel und am besten dort, wo wir wieder Kräfte tanken können.

In diesem Herbst bieten Alyce und ich ein einzigartiges Retreat in einem südafrikanischen Wildreservat an. Morgens stimmen wir uns mit Yoga, Taiji und eine Meditation ein. Danach geht es ab in die Natur. Wie wir uns innerlich einstimmen, so wird auch die Erfahrung und die Begegnung mit der Tier- und Pflanzenwelt in dieser magischen Naturlandschaft des Hluhluwe-Umfolozi. Wie wird deine Begegnung mit Elefanten, Löwen, Hippos, Nashorn oder vielleicht auch das Baden mit Delfinen.

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Tradition hat bereits unser Retreat im Gutshaus Saunstorf in Mecklenburg. Achtsame Übungen aus dem Yoga, Taiji und Qi Gong sind in diesem Jahr darauf ausgerichtet insbesondere die Wirbelsäule und die vertikale Achse in der „Himmel- und Erde Verbindung zu stärken.

Links:

Magisches Südafrika erleben

Auszeit im Gutshaus Saunstorf

Superfoods zur Stärkung der Stressresilienz

Finanzkrise und die Wandlungsphasen

Die
Börse ist ein Spiegelbild von zyklischen Auf- und
Abwärtsbewegungen. Boom und Crash sind wie Yin und Yang ein
unzertrennliches Paar.
Sie
sind, wie Börsenprofi Andrei Kostolany schreibt, ein
Spiegelbild der menschlichen Psyche. 

Im Kern treiben Gier und Angst die Börsen der Welt
. Die
Begleitumstände, die zu einem Crash oder zu einem Boom führen
sind sehr ähnlich, obwohl die Wirtschaft sich in den letzten 200
Jahren gewaltig verändert hat. In
Ethik-Diskussionen wird das Gewinnstreben an der Börse
gelegentlich als unmoralisch abgelehnt. Ein falscher Ansatz. Aus
buddhistischer Sicht kommt es immer auf die Motivation an, und was
ich mit meinem Geld zu tun beabsichtige. Eine einseitige Schau auf
die Rendite ohne dabei in Betracht zu ziehen, „was ich mit meiner
Investition dadurch bewirke“ wäre in der Tat zu hinterfragen.
Eine wachsende Zahl von Ökofonds setzt beispielsweise auf den
Nachhaltigkeits- und Ethik-Faktor. So werden beispielsweise keine
Papiere von Unternehmen gekauft, die in der Rüstung tätig
sind oder in Branch
en, die als besonders umweltschädlich gelten.

Hat
der Spekulant es geschafft, sich der Massenpsychose zu entziehen, und
hat er in der übertriebenen Abwärtsbewegung gekauft, muss
er danach allerdings auch die Nervenstärke aufbringen, die
Papiere zu halten – auch wenn sie noch weiter zurückgehen.
Hier besteht die große Gefahr, strapaziert durch die eigenen
Verluste den Kopf zu verlieren,“ so Kostolany. 

Ein
wirklicher Spekulant ist kein Zocker, wie im Spielkasino, sondern
handelt mit Bedacht. Er hat die Entwicklungen der Wirtschaft, der
Gesellschaft und der Politik fest im Blick und wird versuchen daraus
zu profitieren. Aber sobald er gierig und süchtig wird, riskiert
er den Verlust seines Vermögens.

Der
Börsencrash vom Oktober 1929 hat die Welt verändert. Er
fegte wie eine Naturkatastrophe mitten in einer Boomzeit herein. Es
gab viele Anzeichen für diese bevorstehend Katastrophe. Jeder
spekulierte an der Börse oder kaufte auf Kredit Aktien. Die
Kurse stiegen in schwindelerregende Höhe. Nur ein kleiner
Nadelstich brachte dann den Ballon zum platzen. Ähnliche
Entwicklungen zeigten sich 1987, 2000 und 2008.

Die
Entwicklungen an der Börse scheinen in Zyklen von drei Jahren zu
verlaufen. Nach dem Wall Street Crash von 1929 fielen die Kurse etwa
drei Jahre lang, gingen dann 1932-1933 in eine Seitwärtsbewegung,
um ab 1935 wieder stark zu steigen. Im sechsten Jahr nach dem Crash
waren die Kurse wieder um 50 Prozent gestiegen. Wer in den Jahren der
Stagnation, als alle die Börse wie der Teufel das Weihwasser
vermieden, gut eingekauft hatte, der konnte Mitte der 30er Jahre
wieder gut Kasse machen.

Eine
ähnliche Ab- und Aufwärtsbewegungen gab es an der Börse
1987-1990. Nach dem New York Terroranschlag von 2000 und dem Platzen
der Internet Blase im gleichen Jahr, fielen die Kurse etwa drei Jahre
lang, glitten ab 2003/2004 wieder in eine Seitwärtsbewegung, um
ab 2005 in einem Kursfeuerwerk wieder anzusteigen. Der Dax legte ab
März 2003-2005 um 139,2 Prozent zu.

Wer
eine gute Depot Mischung hat, langfristig in soliden Unternehmen
investiert, in Boom-Zeiten mal Kasse macht, um in den
Stagnationsjahren wieder gut einsteigen zu können, der kann sich
zu den Gewinnern zählen .

Die
Masse folgt den Herdentrieb und kauft erst Aktien, wenn es sich
überall herumspricht. So war es 2000 als eine Börseneuphorie,
ähnlich wie 1929, bei Kleinanlegern ausbrach. Diese Investoren
schöpften aber nur noch den letzten Rest des Anstiegs ab,
machten mit dem Crash dann heftige Verlusten und verließen
enttäuscht das Parkett.

Im
nächsten Boomzyklus kommen die Ängstlichen wieder zurück
und investieren in Risikoreichen Anlagen. Es kommt schließlich
wieder zu einer Überhitzung. Die Erfahrenen haben längst
Kasse gemacht während jene Spekulanten mit schwachen Nerven
wieder ins offene Messer laufen. Die Emotion des Wassers, die Angst,
ist eben besonders anfällig für die kleinste
Hiobsbotschaft.

Aus
der Perspektive der Wandlungsphase betrachtet ist es nicht
verwunderlich, dass es im Monat Oktober, im Herbst, in der
Wandlungsphase des Metalls, sehr oft zu Kursrückschlägen
kommt. Der große Crash von 1929, der Kurseinbruch von 1987 und
der Absturz 2008 fielen in dem Herbstmonat. Sieben seiner 15
höchsten Tagesverluste erlitt der Dow-Jones-Industrial-Index im
Oktober. Der Herbstmonat ist der Beginn des großen Yins, der
Rückzug und Vorbereitung auf den Winter. Zum Jahresende
konsolidieren sich die Kurse, um dann wieder zum Jahresanfang hin
langsam zu steigen. In den März Monaten kommen wir in das
Holz-Element, wo die ersten Unternehmensmeldungen, einen Ausblick auf
das Jahr geben, die Kurse ihre Richtung finden. Im Sommer kann es zu
einem Auf-und Ab der Kurse kommen, wie das lodern und aufflammen des
Feuers. Im Spätsommer, im Erdelement des späten
August-September zeigen sich die Früchte des Jahres in ihrer
wahren Natur. Die Ernte ist gut oder schlecht und das zeigt sich
insbesondere in den Oktober Kursen.

Verluste
an der Börse sind deshalb oft auf folgende Faktoren
zurückzuführen:

  • Falsches
    Timing beim Kauf und Verkauf

  • Schlechte
    Depot-Mischung

  • Übermäßige
    Gier und Selbstüberschätzung

  • Den
    Herdentrieb folgen und die eigene Intuition misstrauen

  • Betrachten
    wir eine Depot-Mischung aus dem Blickwinkel der Wandlungsphasen ist
    es nicht nur wichtig auf die Fundamentaldaten der Firmen zu achten.
    Eine Beimischung aller Elemente wäre von Bedeutung, sowie die
    Berücksichtung der Nährungs- und Zerstörungszyklen bei
    der Mischung. Wer in seiner Gier alles auf eine Karte setzt ist ein
    Spieler und muss mit einem Totalverlust rechnen. Gier und
    Selbstüberschätzung ist immer ein Indiz für ein
    Ungleichgewicht, möglicherweise im Feuerelement, das in seinem
    feurigen Eifer nur noch verbrannte Erde hinterlässt. Die
    Konzentration auf einzelne Aktien, Branchen, Märkte oder
    Regionen steigert ebenfalls das Risiko.

Haben
wir beispielsweise ein Übergewicht an Energieunternehmen (Feuer
Element) und einen geringen Anteil aus der Textilbranche
(Holz-Element) riskieren wir Verluste bei den Textilien im
Zerstörungszyklus weil Feuer das Holz verbrennt. Haben wir
jedoch wieder Wasser als Ausgleich (Handel und Dienstleistung) droht
diese Gefahr nicht weil Wasser wiederum das Feuer kontrolliert. Nach
den Wandlungsphasen ist es von großer Bedeutung, das zentrale
Element, die Erde, gut zu nähren. Das heißt: Eine gute
Barreserve im Depot zu halten, damit an schwachen Börsentagen
zugekauft werden kann und die restlichen Elemente gestärkt
werden können. An guten Tagen kann dann wieder geerntet werden,
indem Gewinne durch Verkauf mitgenommen werden. Dadurch bleibt das
Element getreu dem daoistischen Prinzip in der Bewegung, in der
Dynamik und im Wachstum.

Auf
der globalen wirtschaftlichen Ebene erscheint allerdings vieles ins
Ungleichgewicht geraten zu sein. Die Finanzkrise von 2007/2008 hat,
wie der amerikanische Politologe Francis Fukuyama sagt, das Ende
einer Ära eingeläutet. Nur in letzte Minute konnten die
Notenbanken der Welt einen Zusammenbruch der Finanzmärkte
abwenden.

In
der Vergangenheit hatten die westlichen Volkswirtschaften vor allem
damit Geld verdient, indem sie Güter produzierten und in andere
Länder exportierten. Schwellenländer wie China, Indien und
Brasilien spielten in der globalen Ökonomie so gut wie keine
Rolle. In den letzten 15 Jahren haben sich im Rahmen der
Globalisierung allerdings die Gleichgewichte gewaltig verschoben.
Insbesondere China, andere asiatische Länder und die
ölexportierenden Länder produzieren gigantische
Handelsüberschüsse. Diese Gelder wurden wiederum in
Dollar-Anleihen investiert. Kurzum: Die Konsumenten in den USA
bekamen Geld zu zinsgünstigen Konditionen, damit sie weiter
Produkte aus China kaufen konnten. Zwei Drittel der Ersparnisse aus
der übrigen Welt wanderten zurück in die USA.. Im Jahr 2006
gaben die Amerikaner etwa einer Billion Dollar mehr aus, als sie
erwirtschafteten – ein Leistungsbilanzdefizit von sieben Prozent
auf das Bruttoinlandsprodukt.

Das
Spiel funktionierte lange gut, weil die Vermögen – sprich die
Eigenheime immer teurer wurden und die Bürger auf dem Papier
immer reicher wurden. Die Eigenheime wurden wiederum teurer, weil
aufgrund der niedrigen Zinsen mit Immobilien spekuliert wurde. Es war
nur eine Frage der Zeit, bis das System zusammenbrach. Die Ära,
wo Asien auf Dauer ein unhaltbares Ausgabenniveau in den USA
finanzierte, ging mit der Finanzkrise zu Ende.

Die
Lehren aus vergangenen Crashs haben gezeigt, dass die Vernunft in
Zeiten der Unsicherheiten am wenigsten vorhanden ist.

Nach
den Thesen der Wandlungsphasen sucht sich ein System welches sich im
Ungleichgewicht befindet immer wieder den Ausgleich. Es ist das
Gesetz der Natur, welches durch biologische, chemische und
physikalische Faktoren bestimmt wird. Es kann eine Weile ignoriert
werden, wie bei der Klimafrage, aber Mutter Natur antwortet in der
Summe der Dinge immer zuletzt.

Die
Finanzmärkte sind ähnlich launisch und reagieren mal in
dieser, mal in jener Richtung. Ein „Crash“ holt die gierigen
wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. In keinem natürlichen
System gibt es ungebremstes Wachstum. Aber auch die Angst in der
Krise lähmt auf Dauer und führt zu Nichts. Erst wenn sie
überwunden ist kann das Neue entstehen.

Die
Lehre aus der Finanzkrise: Regierungen müssen den Verbraucher
vor Exzessen des Finanzmarktes schützen. Gleichzeitig darf sie
nicht in die Versuchung geraten die kreative und innovative Kraft des
Marktes mit einem Korsett von Regularien zu ersticken.

Frühling und die Grenzen des Wachstums

Es ist Frühling. Nach den chinesischen Fünf Wandlungsphasen befinden wir uns somit im Element Holz – Zeit sich Gedanken über Wachstum und die Grenzen des Wachstums auf der wirtschaftlichen Ebene zu machen.
 
Durch Firmenzusammenschlüsse und Eroberung von neuen Märkten hat sich das Wachstum nahezu von Jahr zu Jahr ungebremst fortgesetzt. Nach Außen zeigen die Multis ihre gigantischen Hochhauskonzernzentralen. Das Innenleben dieser Konzerne ist selten gesund. Eine bisher beispiellose Skandalserie erschüttert
in diesen Tagen den Elektrokonzern Siemens. Dabei steht in mehreren Fällen der Vorwurf der Korruption im Raum. 
Größe ist nicht gleichzusetzten mit Stärke – eine alte taoistische Weisheit.
 
 Führungseliten, die ihre Mitarbeiter nur noch als Kostenfaktoren sehen und den Menschen hinter der Zahl vergessen, müssen sich nicht wundern, wenn die Belegschaft innerlich kündigt. Charismatische Führungspersönlichkeiten, die ihre Mitarbeiter mit einer Vision zu begeistern wissen, gibt es ganz wenige.
Es lohnt sich in der Firma ein Klima zu schaffen, wo Arbeit Spaß macht. Zufriedene Mitarbeiter begeistern auch Kunden und führen zu einem besseren Betriebsergebnis. Eine Investition in das Wissen der Mitarbeiter, in wirkliche Personalentwicklung lohnt sich immer. Das haben zahlreiche Studien belegt.
Die Dynamik der Yin und Yang Aspekte des Holzes besteht in den Gegensätzen zwischen klarer Struktur und Entfaltung. Zwischen diesen beiden Polaritäten bewegt sich die Energie. Übermäßige Planung und Kontrolle kann jede Kreativität im Keim ersticken und den Fluß des Qi, der Energie, behindern. Dem Baum werden bildlich gesprochen die Zweige abgesägt, damit er sich nicht frei entfalten kann.
 
Auf der körperlichen Ebene zeigt sich dieses in Störungen von Leber und Gallenblasenfunktionen – in unkontrollierten Wutausbrüchen oder Depressionen, Muskelverspannungen, Verdauungsbeschwerden oder Migräne. Zu wenig Struktur und Planung führt andererseits zu Disharmonie, chaotischen Abläufen, Führungslosigkeit, ein Verteilen der Energie in alle Richtungen, nur nicht dorthin, wo sie ihren Zweck erfüllen sollte. Bevor ein neues Ziel klar definiert ist, herrscht Verwirrung und ein heilloses Durcheinander.
 
Fühlt sich der Mensch eingeengt, kontrolliert, kann er seine Ideen nicht einbringen oder fühlt er sich beruflich in einer Sackgasse? Das sind alles Symptome von gestauter Energie im Holz-Element, die nach chinesischer Medizin die Leber belasten. Auf der psychischen Ebene kann dieses zu innerem Stress, im extremen Fall zu Depressionen oder Autoaggressionskrankheiten führen. Der Geschäftsführer, der immer wieder von seinem Aufsichtsrat ausgebremst wird? Der Projektleiter, dessen Ideen an der Geschäftsleitung scheitern? Teammitglieder, die ignoriert oder nicht ernst genommen werden? Die Energie, die sich entwickeln, entfalten und wachsen will, stagniert.
Diese Störungen können sich analog dazu in einem gesamten Unternehmen oder einer Volkswirtschaft ausbreiten, wenn systemische Ungleichgewichte im Holz-Element vorliegen. Eine Vision gibt es nicht mehr. Probleme zeigen sich im Umgang mit Gefühlen, Emotionen und Aggressionen. Einfache Regeln des sozialen Umgangs miteinander werden missachtet. Leistungsträger verlassen das Unternehmen. Es herrscht ein eisiges Schweigen vor den Bildschirmen. Es wird nur noch das notwendigste miteinander kommuniziert. Die Belegschaft hat resigniert, innerlich gekündigt und strahlt diese Atmosphäre auf fatale Weise auf die Kundschaft aus. Das Qi im Holz fließt nicht mehr.
 
Oder das Holz wächst zu schnell. Ein Baum der zu schnell wächst, entwickelt schwache Wurzeln, wird anfällig für Ungeziefer und knickt bei dem ersten großen Sturm um. Analog dazu haben wir dieses Phänomen in den "boom-and-bust" Ökonomien der asiatischen Tigerstaaten gesehen, in dem Zusammenbruch der New Economy nach der Internet-Euphorie um das Jahr 2000 herum. Es war nicht mit rationalen Argumenten zu erklären, dass Börsianer Vermögen in Unternehmen investierten, deren "Gewinne" keine reale Substanz hatten.
 
Die Philosophie des stetigen unbegrenzten Wachstums ist nichts anderes als Wunschdenken. Wie in der Natur ist alles zyklischen Prozessen unterworfen. Noch nie gab es einen Börsenbarometer, das immer nach oben zeigte. Erfolgreiche Börsianer haben immer zyklisch agiert und zum richtigen Zeitpunkt gekauft und verkauft.
Das wirkliche Potential, der Körper eines Unternehmens, besteht aus den Mitarbeitern. Werden diese missachtend nur als Kostenfaktoren gesehen und behandelt und nicht mehr als Menschen wertgeschätzt, wird das Unternehmen über kurz oder lang untergehen. Wenn Mitarbeiter entlassen werden, um kurzfristig einen oder zwei Prozent mehr Rendite zu erzielen, hat das unabsehbare und fatale Folgen.
 
Die Öffentlichkeit, Kunden, Anleger und die Justiz dulden unethisches Verhalten immer weniger und zwar weltweit. Das zeigt sich an den Bilanzfälschungen um Worldcom in den USA, der Serie von Skandalen um Citigroup, die Ankündigungen der Deutschen Bank und IBM, zehntausende Mitarbeiter zu entlassen, während im gleichem Atemzug Milliardengewinne proklamiert werden.
 
Wirtschaftsethiker warnen, dass unethisches handeln schnell die Existenz eines ganzen Unternehmens aufs Spiel setzen kann. Ein Wertemanagement scheint in vielen Branchen mehr als geboten. Wo Manager Sparsamkeit predigen und dabei Kaviar schlürfen, geht jede Glaubwürdigkeit verloren. Diese "Realitätsverlust" ist typisch für eine gravierende Störung des Holz-Elements.
 
In der daoistischen, buddhistischen und taoistischen Lehre wird der Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung immer wieder betont. Demnach nimmt hier, ganz anders als im westlichen Denken, der Gegner oder Konkurrent am Markt, die Presse, der Betriebsrat oder die Gewerkschaft die Schlüsselrolle des "Lehrers" ein. Der Kritiker und Gegner zeigt Schwächen und Defizite im System auf, worüber ernsthaft zu reflektieren sei.
Zusammenfassend zur Wandlungsphase Holz können folgende Fragen gestellt werden:
 
  • Dienen meine Ziele, meine Vision, dem Wohl des großen Ganzen. Werden dabei Detaillösungen angeboten, dabei aber größere Zusammenhänge nicht gesehen. Wo ist mein Platz in dem großen Zusammenhang? Werden die Ziele von allen wirklich mitgetragen? Wer hat noch Ideen und Vorschläge? Closed-Concept-Vorstellungen ersticken Kreativität und Teamgeist.
  • Wie kann frische Energie freigesetzt werden, die dem Frühling im Holz-Element Auftrieb gibt?
  • Wo wird Forschergeist, Fantasie und Teamplay durch Kontrolle erstickt? Wo herrscht Orientierungslosigkeit, mangelnde Führung und unklare Zielsetzung?
 
  • Wie ist die Ausgewogenheit zwischen Logik, Rationalität, Analyse einerseits und die Kreativität, die Intuition, das Bauchgefühl auf der anderen Seite?
  • Gibt es einen inneren Zusammenhang in einer Kette von Ereignissen?
  • Herrscht in dem System ein Klima von zurückgehaltener Wut, Ironie und bitteren Sarkasmus, Apathie, Trägheit und Leistungsabfall? Werden die einfachsten Dinge nicht mehr "gesehen" , erledigt oder wahrgenommen? Oder wird viel gelacht und die Mitarbeiter haben offensichtlich Freude an der Arbeit?
  • Gibt es genug Raum, im inneren wie im äußeren Rahmen, für die Verwirklichung der Ziele und Absichten?
  • Auf der körperlichen Ebene kann gestaute Energie im Element-Holz wunderbar durch die Bewegungskünste Tai Chi, Qi Gong, Karate, Judo und Aikido ins fließen gebracht werden. Wo gibt es noch Möglichkeiten aus der Sackgasse herauszukommen? Wo gibt es weitere Möglichkeiten, um Flexibilität und Elastizität zu erreichen?

 

Globalisierung und Ethik

Globalisierung und die Ethikfrage

Weltweit hat die Kritik an dem Verhalten von gesellschaftlichen Leitfiguren in Politik und Wirtschaft deutlich zugenommen. Der Verlust an Ethik und Verantwortung in den Unternehmen ist zu einem Markenzeichen der Globalisierung geworden.
Der Mensch in der modernen Ökonomie des mobilen Kapitals hat keine Wurzeln. Tief von dem nährenden auf Ausgleich beruhenden Armen von Mutter Natur entfremdet, erfüllt ihn eine tiefe Leere und Angst, die Erfüllung in den Geistesgiften der Gier, Maßlosigkeit und der Süchte sucht.
Festgezurrte Ideologien und Managementmethoden, die außer monetäre keine anderen Werte haben und alles auf die „Moral des ökonomischen Reduktionismus“ reduzieren, werden die Probleme unsere Zeit nicht lösen können.
In der Lehre der Fünf Wandlungsphasen des alten Chinas waren die zyklischen Kreisläufe der Natur zentral in alle Lebensabläufe eingebunden. Ein komplexes Staatswesen, welches auf altes Wissen über die Abläufe der Natur und des Kosmos beruhte, wurde auf der Grundlage der Fünf Wandlungsphasen aufgebaut.
Demnach geschieht keine Handlung in einem neutralen Raum. Alles ist dem stetigen Wandel unterworfen, dem Fluss der Dinge. Eine Nation oder eine Branche erreicht den Zenit phänomenaler Erfolge und schon sind am Rande die ersten Zeichen des Niedergangs erkennbar.
Das westliche Denken ist dagegen linear und kurzfristig geprägt. Unternehmerische Planungen verlaufen ähnlich. Die Profitmaximierung als oberstes Ziel eines Unternehmens, beschreibt Fredmund Malik, bis 2004 Professor in St. Gallen, allerdings als die „größte Irrlehre der Wirtschaftsgeschichte“ und der „systematische Weg in den Misserfolg“.
Die Lehre der Fünf Wandlungsphasen beruht auf eine genaue Beobachtungsweise der Naturkräfte, ihren Einfluss auf den Menschen und alles was in- und um ihn herum geschieht. Welchen Einfluss hat die Handlungsebene auf Lebensglück und Erfolg?
Handlung ohne Kraftaufwand heißt, sich dem natürlichen Verlauf der Dinge, dem Wu Wei, unterzuordnen. Veränderung und Bewegung ist ein Grundprinzip des Lebens. Jede Entwicklung ist natürlichen Schwankungen unterworfen. Das „Tun“ und „Geschehen lassen“ sollte nicht durch eigene Wünsche und Begierden überlagert werden. Stillstand ist gleichbedeutend mit Stagnation und Tod.
Was auf der makrokosmischen Ebene in den Wandlungsphasen geschieht wird ähnlich auf der mikrokosmischen Ebene sichtbar. So wird der Mensch und sein körperliches und psychisches Befinden aus dieser Sicht immer in Relation zu den Entwicklungen um ihn herum betrachtet. Krankheiten des Körpers können analog dazu mit Krankheiten in der Umwelt und im Körpersystem eines Unternehmens verglichen werden.