Macht der Job kaputt? – Frühverrentung dramatisch angestiegen

Die Zahl der Frühverrentungen in Deutschland hat aufgrund von psychischen Erkrankungen dramatisch zugenommen.  Die Zahl der Betroffenen stieg innerhalb von zehn Jahren um rund 25.000 auf 75.000 im Jahr 2012, wie die Psychotherapeutenkammer unter Berufung auf die Rentenversicherung mitteilte. Im Durchschnitt sind die Menschen dann erst 49 Jahre alt. 

Kammerpräsident Rainer Richter sagte: „Psychisch kranke Frührentner werden praktisch abgeschrieben.“ Dabei könnte vielen Kranken geholfen werden – mit besserer Behandlung oder mehr Rehabilitation inklusive Therapien und Trainings. Arbeit sei nicht nur belastend, sondern könne die Betroffenen auch stabilisieren, wenn ihre Leiden angemessen behandelt werden. 

Die Dunkelziffer der Menschen, die aufgrund von Stress im Job und andere emotionale Belastungen leiden, dürfte deutlich höher sein. Die Kosten durch Fehlzeiten bei Erkrankungen wie Burnout (Erschöpfungsdepression) kostet den Unternehmen Milliarden. Das Rentenversicherungssystem wird durch die Frühverrentung erheblich belastet, den Betroffenen ist mit einer Niedrigrente nicht wirklich geholfen.

Warum wird kaum gehandelt?  Immer noch wird zu wenig in ein nachhaltiges Gesundheitsmanagement investiert.

– Nur die wenigsten Betriebe führen eine Gefährdungsanalyse gemäß 

ArbSchG § 5 durch, wonach die psychosozialen Belastungen erfasst werden müssen.

– Eine Gefährdungsanalyse bildet eine wichtige Grundlage für die Entwicklung eines Handlungsleitfadens und eine jährliche Evaluierung von bereits implementierten Maßnahmen.

– Viele Untersuchungen (u.a. Stress-Report Deutschland) belegen, dass die Führungskräfte in Deutschland beim Thema „Soziale Kompetenz“ deutlich schlechter abschneiden als ihre europäischen Kollegen. Hier ist Handlungsbedarf! Führungskräfte sollten den Umgang mit Menschen lieben, sie fördern und begleiten und nicht wie Kostenfaktoren behandeln.

– Die Eigenverantwortung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Sachen Gesundheit und Stressresilienz kann durch viele Maßnahmen im Betrieb auf vielfache Weise gefördert werden z.b. durch mehr Bewegung, bessere Ernährung und Mentaltraining.

Deutschland hat nicht nur ein demografisches Problem, sondern geht die naheliegensten Fragen der Volksgesundheit nicht wirklich an. 

 

Das neue Jahr – Liebe Dich Selbst

Das neue Jahr beginnt mit der Absicht etwas im Leben zu ändern. Häufig ist es der Wunsch nach mehr Bewegung, sich gesünder zu ernähren oder ein Suchtverhalten aufzugeben. Auf der Kopfebene haben wir längst verstanden, dass Gesundheit einen sehr hohen Stellenwert im Leben hat. Nur, wenn es um die Umsetzung, um konkrete Verhaltensänderungen geht, halten es die wenigsten Menschen länger durch. Die Konsequenz: Es bleiben Selbstvorwürfe und eine unterschwellige Wut auf sich selbst.

Forscher der Harvard Universität kommen zu dem Ergebnis: Verhaltensmuster, die sich über viele Jahre fest eingenistet haben sind nur mit einer strukturierten Vorgehensweise zu ändern. Dazu gehört eine klar formulierte Absicht. Was genau möchte ich anders machen? Ist mein Vorhaben realistisch? Gibt es messbare Faktoren, die ich nutzen kann z.B. einen klar definierten Zeitplan.

Ganz wesentlich ist dabei die innere Einstellung. Wie liebevoll oder streng gehe ich mit mir selbst um? Folge ich Erwartungen, die andere an mir haben oder die durch eine Zeitgeist definiert werden?

Wenn wir den Wunsch nach mehr Bewegung verspühren, ist es sinnvoll eine Sportart zu wählen, die auch Spaß macht. Wenn es beispielsweise das Joggen in meinem Lieblingspark sein soll, dann beginne ich mit einem leicht zu bewältigen Programm. Ein leichtes Lauftraining mit Gehpausen ist empfehlenswert. Das gleiche Pensum zu der gleichen Tageszeit ist sinnvoll.

Noch einfacher ist es, wenn eine gute Freundin, ein Partner oder ein Kollege dabei mitmacht. Durch die wechselseitige Motivation ist es viel einfacher dabei zu bleiben. Dabei kann eine erste Belohnung ausgedacht werden, wenn das Programm über zwei Wochen durchgehalten wird. Wie sieht es dabei mit einem Tag in einer Wellness Oase aus? Bleiben wir über 40-Tage „am Ball“ haben wir einen großen Schritt nach vorn gemacht. Nach einer solchen Zeit wird sich das Wohlbefinden auf der körperlichen und mentalen Ebene deutlich erhöht haben.
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Die Lebensqualität lässt sich durch ein gesundheitsbewusstes Verhalten deutlich steigern. Nur sehr wenige Erkrankungen sind genetisch bedingt. Die modernen Zivilisationserkrankungen z.b. Diabetes II, Herz-Gefäss, Rücken- und Skelettprobleme sind überwiegend auf Fehlernährung und mangelnde Bewegung zurückzuführen. Nur 14 Prozent der Bundesbürger bezeichnet sich als Gesund. Die meisten Menschen befinden sich in einem Zwischenzustand, wo sie weder gesund noch krank sind.
Etwa 60 Prozent der befragten Deutschen erfüllen noch nicht einmal das von der Weltgesundheitsorganisation vorgegebene Mindestmaß an Bewegung, und das bedeutet, dass man sich jeden Tag eine halbe Stunde körperlich betätigt -nicht schweißtreibend wohlgemerkt, sondern moderat wie etwa bei einem Spaziergang.(Umfrage der DKV und Sporthochschule Köln)
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Es ist enorm befreiend, wenn wir realisieren, dass wir die Qualität unserer Gesundheit maßgeblich selbst beeinflussen können. Wir sind keine Opfer von vorgegebenen, unausweichlichen genetischen Gesetzmäßigkeiten. Wie wir heute und in späteren Lebensjahren leben wird wesentlich dadurch beeinflusst wie wir uns bewegen, welchen Erholungschlaf wir bekommen, welches Essen wir zu uns nehmen und welchen emotionalen Stressfaktoren wir uns aussetzen.

Weitere Infos:

http://www.powerbodymind.de
http://www.reinogevers.de

Bücher: http://reinogevers.de/11.html