Finanzkrise und die Wandlungsphasen

Die
Börse ist ein Spiegelbild von zyklischen Auf- und
Abwärtsbewegungen. Boom und Crash sind wie Yin und Yang ein
unzertrennliches Paar.
Sie
sind, wie Börsenprofi Andrei Kostolany schreibt, ein
Spiegelbild der menschlichen Psyche. 

Im Kern treiben Gier und Angst die Börsen der Welt
. Die
Begleitumstände, die zu einem Crash oder zu einem Boom führen
sind sehr ähnlich, obwohl die Wirtschaft sich in den letzten 200
Jahren gewaltig verändert hat. In
Ethik-Diskussionen wird das Gewinnstreben an der Börse
gelegentlich als unmoralisch abgelehnt. Ein falscher Ansatz. Aus
buddhistischer Sicht kommt es immer auf die Motivation an, und was
ich mit meinem Geld zu tun beabsichtige. Eine einseitige Schau auf
die Rendite ohne dabei in Betracht zu ziehen, „was ich mit meiner
Investition dadurch bewirke“ wäre in der Tat zu hinterfragen.
Eine wachsende Zahl von Ökofonds setzt beispielsweise auf den
Nachhaltigkeits- und Ethik-Faktor. So werden beispielsweise keine
Papiere von Unternehmen gekauft, die in der Rüstung tätig
sind oder in Branch
en, die als besonders umweltschädlich gelten.

Hat
der Spekulant es geschafft, sich der Massenpsychose zu entziehen, und
hat er in der übertriebenen Abwärtsbewegung gekauft, muss
er danach allerdings auch die Nervenstärke aufbringen, die
Papiere zu halten – auch wenn sie noch weiter zurückgehen.
Hier besteht die große Gefahr, strapaziert durch die eigenen
Verluste den Kopf zu verlieren,“ so Kostolany. 

Ein
wirklicher Spekulant ist kein Zocker, wie im Spielkasino, sondern
handelt mit Bedacht. Er hat die Entwicklungen der Wirtschaft, der
Gesellschaft und der Politik fest im Blick und wird versuchen daraus
zu profitieren. Aber sobald er gierig und süchtig wird, riskiert
er den Verlust seines Vermögens.

Der
Börsencrash vom Oktober 1929 hat die Welt verändert. Er
fegte wie eine Naturkatastrophe mitten in einer Boomzeit herein. Es
gab viele Anzeichen für diese bevorstehend Katastrophe. Jeder
spekulierte an der Börse oder kaufte auf Kredit Aktien. Die
Kurse stiegen in schwindelerregende Höhe. Nur ein kleiner
Nadelstich brachte dann den Ballon zum platzen. Ähnliche
Entwicklungen zeigten sich 1987, 2000 und 2008.

Die
Entwicklungen an der Börse scheinen in Zyklen von drei Jahren zu
verlaufen. Nach dem Wall Street Crash von 1929 fielen die Kurse etwa
drei Jahre lang, gingen dann 1932-1933 in eine Seitwärtsbewegung,
um ab 1935 wieder stark zu steigen. Im sechsten Jahr nach dem Crash
waren die Kurse wieder um 50 Prozent gestiegen. Wer in den Jahren der
Stagnation, als alle die Börse wie der Teufel das Weihwasser
vermieden, gut eingekauft hatte, der konnte Mitte der 30er Jahre
wieder gut Kasse machen.

Eine
ähnliche Ab- und Aufwärtsbewegungen gab es an der Börse
1987-1990. Nach dem New York Terroranschlag von 2000 und dem Platzen
der Internet Blase im gleichen Jahr, fielen die Kurse etwa drei Jahre
lang, glitten ab 2003/2004 wieder in eine Seitwärtsbewegung, um
ab 2005 in einem Kursfeuerwerk wieder anzusteigen. Der Dax legte ab
März 2003-2005 um 139,2 Prozent zu.

Wer
eine gute Depot Mischung hat, langfristig in soliden Unternehmen
investiert, in Boom-Zeiten mal Kasse macht, um in den
Stagnationsjahren wieder gut einsteigen zu können, der kann sich
zu den Gewinnern zählen .

Die
Masse folgt den Herdentrieb und kauft erst Aktien, wenn es sich
überall herumspricht. So war es 2000 als eine Börseneuphorie,
ähnlich wie 1929, bei Kleinanlegern ausbrach. Diese Investoren
schöpften aber nur noch den letzten Rest des Anstiegs ab,
machten mit dem Crash dann heftige Verlusten und verließen
enttäuscht das Parkett.

Im
nächsten Boomzyklus kommen die Ängstlichen wieder zurück
und investieren in Risikoreichen Anlagen. Es kommt schließlich
wieder zu einer Überhitzung. Die Erfahrenen haben längst
Kasse gemacht während jene Spekulanten mit schwachen Nerven
wieder ins offene Messer laufen. Die Emotion des Wassers, die Angst,
ist eben besonders anfällig für die kleinste
Hiobsbotschaft.

Aus
der Perspektive der Wandlungsphase betrachtet ist es nicht
verwunderlich, dass es im Monat Oktober, im Herbst, in der
Wandlungsphase des Metalls, sehr oft zu Kursrückschlägen
kommt. Der große Crash von 1929, der Kurseinbruch von 1987 und
der Absturz 2008 fielen in dem Herbstmonat. Sieben seiner 15
höchsten Tagesverluste erlitt der Dow-Jones-Industrial-Index im
Oktober. Der Herbstmonat ist der Beginn des großen Yins, der
Rückzug und Vorbereitung auf den Winter. Zum Jahresende
konsolidieren sich die Kurse, um dann wieder zum Jahresanfang hin
langsam zu steigen. In den März Monaten kommen wir in das
Holz-Element, wo die ersten Unternehmensmeldungen, einen Ausblick auf
das Jahr geben, die Kurse ihre Richtung finden. Im Sommer kann es zu
einem Auf-und Ab der Kurse kommen, wie das lodern und aufflammen des
Feuers. Im Spätsommer, im Erdelement des späten
August-September zeigen sich die Früchte des Jahres in ihrer
wahren Natur. Die Ernte ist gut oder schlecht und das zeigt sich
insbesondere in den Oktober Kursen.

Verluste
an der Börse sind deshalb oft auf folgende Faktoren
zurückzuführen:

  • Falsches
    Timing beim Kauf und Verkauf

  • Schlechte
    Depot-Mischung

  • Übermäßige
    Gier und Selbstüberschätzung

  • Den
    Herdentrieb folgen und die eigene Intuition misstrauen

  • Betrachten
    wir eine Depot-Mischung aus dem Blickwinkel der Wandlungsphasen ist
    es nicht nur wichtig auf die Fundamentaldaten der Firmen zu achten.
    Eine Beimischung aller Elemente wäre von Bedeutung, sowie die
    Berücksichtung der Nährungs- und Zerstörungszyklen bei
    der Mischung. Wer in seiner Gier alles auf eine Karte setzt ist ein
    Spieler und muss mit einem Totalverlust rechnen. Gier und
    Selbstüberschätzung ist immer ein Indiz für ein
    Ungleichgewicht, möglicherweise im Feuerelement, das in seinem
    feurigen Eifer nur noch verbrannte Erde hinterlässt. Die
    Konzentration auf einzelne Aktien, Branchen, Märkte oder
    Regionen steigert ebenfalls das Risiko.

Haben
wir beispielsweise ein Übergewicht an Energieunternehmen (Feuer
Element) und einen geringen Anteil aus der Textilbranche
(Holz-Element) riskieren wir Verluste bei den Textilien im
Zerstörungszyklus weil Feuer das Holz verbrennt. Haben wir
jedoch wieder Wasser als Ausgleich (Handel und Dienstleistung) droht
diese Gefahr nicht weil Wasser wiederum das Feuer kontrolliert. Nach
den Wandlungsphasen ist es von großer Bedeutung, das zentrale
Element, die Erde, gut zu nähren. Das heißt: Eine gute
Barreserve im Depot zu halten, damit an schwachen Börsentagen
zugekauft werden kann und die restlichen Elemente gestärkt
werden können. An guten Tagen kann dann wieder geerntet werden,
indem Gewinne durch Verkauf mitgenommen werden. Dadurch bleibt das
Element getreu dem daoistischen Prinzip in der Bewegung, in der
Dynamik und im Wachstum.

Auf
der globalen wirtschaftlichen Ebene erscheint allerdings vieles ins
Ungleichgewicht geraten zu sein. Die Finanzkrise von 2007/2008 hat,
wie der amerikanische Politologe Francis Fukuyama sagt, das Ende
einer Ära eingeläutet. Nur in letzte Minute konnten die
Notenbanken der Welt einen Zusammenbruch der Finanzmärkte
abwenden.

In
der Vergangenheit hatten die westlichen Volkswirtschaften vor allem
damit Geld verdient, indem sie Güter produzierten und in andere
Länder exportierten. Schwellenländer wie China, Indien und
Brasilien spielten in der globalen Ökonomie so gut wie keine
Rolle. In den letzten 15 Jahren haben sich im Rahmen der
Globalisierung allerdings die Gleichgewichte gewaltig verschoben.
Insbesondere China, andere asiatische Länder und die
ölexportierenden Länder produzieren gigantische
Handelsüberschüsse. Diese Gelder wurden wiederum in
Dollar-Anleihen investiert. Kurzum: Die Konsumenten in den USA
bekamen Geld zu zinsgünstigen Konditionen, damit sie weiter
Produkte aus China kaufen konnten. Zwei Drittel der Ersparnisse aus
der übrigen Welt wanderten zurück in die USA.. Im Jahr 2006
gaben die Amerikaner etwa einer Billion Dollar mehr aus, als sie
erwirtschafteten – ein Leistungsbilanzdefizit von sieben Prozent
auf das Bruttoinlandsprodukt.

Das
Spiel funktionierte lange gut, weil die Vermögen – sprich die
Eigenheime immer teurer wurden und die Bürger auf dem Papier
immer reicher wurden. Die Eigenheime wurden wiederum teurer, weil
aufgrund der niedrigen Zinsen mit Immobilien spekuliert wurde. Es war
nur eine Frage der Zeit, bis das System zusammenbrach. Die Ära,
wo Asien auf Dauer ein unhaltbares Ausgabenniveau in den USA
finanzierte, ging mit der Finanzkrise zu Ende.

Die
Lehren aus vergangenen Crashs haben gezeigt, dass die Vernunft in
Zeiten der Unsicherheiten am wenigsten vorhanden ist.

Nach
den Thesen der Wandlungsphasen sucht sich ein System welches sich im
Ungleichgewicht befindet immer wieder den Ausgleich. Es ist das
Gesetz der Natur, welches durch biologische, chemische und
physikalische Faktoren bestimmt wird. Es kann eine Weile ignoriert
werden, wie bei der Klimafrage, aber Mutter Natur antwortet in der
Summe der Dinge immer zuletzt.

Die
Finanzmärkte sind ähnlich launisch und reagieren mal in
dieser, mal in jener Richtung. Ein „Crash“ holt die gierigen
wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. In keinem natürlichen
System gibt es ungebremstes Wachstum. Aber auch die Angst in der
Krise lähmt auf Dauer und führt zu Nichts. Erst wenn sie
überwunden ist kann das Neue entstehen.

Die
Lehre aus der Finanzkrise: Regierungen müssen den Verbraucher
vor Exzessen des Finanzmarktes schützen. Gleichzeitig darf sie
nicht in die Versuchung geraten die kreative und innovative Kraft des
Marktes mit einem Korsett von Regularien zu ersticken.

Finanzkrise: Geld darf nicht verschleudert werden

Die ganze Welt blickt auf das Finanzministertreffen
der G7, wo über die Antwort auf die Finanzkrise entschieden werden soll. Wir müssen sicherstellen, dass unsere Gelder nicht einfach in einem massiven Banken „Bail-out“ verschleudert werden,
sondern dass durch eine staatliche Investition "Eingekauft" wird, damit
die Steuerzahler nachher an den Gewinnen beteiligt werden. Nur durch
eine Verschärfung der Bankenaufsicht wird eine fundamentale Revision
des Gesamtsystems möglich gemacht.

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