Macht zeigt den wahren Charakter

Es gibt ein wunderbares Zitat von Abraham Lincoln: "Gib einem Menschen Macht, dann zeigt sich der wahre Charakter". 
 
 Manager, die sich Millionengehälter gönnen, während sie von ihren Mitarbeitern verzicht fordern, Politiker, die vergessen wer sie zur Macht verholfen hat und "Stars" aus dem Showbusiness, die jedes gute Benehmen vergessen haben.  Geblendet von ihren Erfolgen und den Requisiten der Macht werden sie zu rücksichtslosen Egozentrikern, halten sich für unfehlbar und verfallen dem Wahn, sie seien vom Schicksal zum "Götterstatus" auserwählt worden.
 
Typische Merkmale: Sie sammeln speichelschleckende Ja-Sager um sich herum und sehen in jedem Menschen und Pressemedium, wo nur ein Hauch der Kritik kommt, den Feind und nicht den oft wohlgemeinten Ratschlag Fehler zu korrigieren. Die Welt wird in Gut und Böse eingeteilt und so sehen sie nicht mehr die Warnzeichen, die sie ins Verderben stürzen. Leere, Angst, Gier und Maßlosigkeit bestimmen dann das handeln.  Jüngstes Beispiel sehen wir im Afrikanischen Nationalkongress (ANC) in Südafrika. Es ist traurig anzusehen, wie aus einer visionären Befreiungsbewegung dessen alte Führungsspitze ein gutes Beispiel für alle war – Albert Luthuli, Oliver Tambo, Walter Sisulu und Nelson Mandela waren weltweit geachtet und geehrt –  durch Korruption, Gier und Machtmissbrauch zu einem Selbstbedienungsladen verkommen ist.  Die Motivation ist offenbar bei einigen schon lange nicht mehr zum Wohle alle, sondern zum Eigenwohl zu arbeiten. Es ist einfach mit Parolen und simplen Lösungsvorschlägen eine Masse hinter sich zu scharen. Die größten Probleme unsere Welt sind jedoch äußerst komplex und können nur durch eine vielschichtige Ursachenforschung  und Herangehensweise angegangen werden. Stammtischparolen schüren nur Emotionen und die sind immer schlechteste Ratgeber.

Zuma und die Zukunft Südafrikas

In Südafrika hat der regierende Afrikanische Nationalkongress (ANC) den umstrittenen Jacob Zuma zum neuen
Parteichef gewählt. Sicher ist dass Südafrika nun einen gänzlich neuen Weg einschlagen wird. Einiges dürfte entscheidend für die demokratische Zukunft sein. Sollte Zuma oder seine Gefolgschaft die Unabhängigkeit der Medien oder der Justiz beeinträchtigen, wären dieses erste Alarmzeichen für eine gefährliche Negativspirale. Die Kampfabstimmung zwischen Präsident Mbeki und Zuma auf dem Parteitag sehe ich als gesunde, normale Entwicklung einer demokratischen Partei. Die  innerparteilichen Kämpfe in den USA werden ähnlich erbittert in den Vorwahlen ausgekämpft. Die Tatsache, dass Zuma mit populistischen Argumenten die Wahl für sich entschieden hat, deutet auf ein anderes weltweites sozioökonomisches Problem hin. Die Spaltung zwischen den Gewinnern der Globalisierung und der breiten Masse der Bevölkerung wird immer größer und ist vorest nicht lösbar. Auch Zuma wird sich mit den globalen wirtschaftlichen Gesetzmäßigkeiten auseinandersetzen müssen und wird die Hoffnungen seines Wahlvolkes nicht erfüllen können.  Die  Polarisierung zwischen denen die Haben und sich reichlich an den Fettnäpfen bedienen und denen weit da Unten dürfte auch in Südafrika zu einigen Eruptionen führen – vielleicht auch zu einer Spaltung im ANC oder zu der Gründung einer neuen Linkspartei, wie in Deutschland. Der ausscheidende Präsident Mbeki ist eine tragische Figur. Auf seinem hohen Präsidentenstuhl hat er sich zunehmend von seiner Basis entfernt und den Stimmungswandel in seiner Partei komplett falsch eingeschätzt. Gravierende Fehler hat er in Sachen Simbabwe und AIDS gemacht, aber er hat für gesundes Wirtschaftswachstum und relative Stabilität am Kap (von der Kriminalität mal abgesehen) gesorgt.