Klimabericht wurde zensiert


Der Klimabericht des UNO-Klimarates (IPCC), der am 6. April der Weltöffentlichkeit vorgestellt wurde, ist mal wieder von Politikern aus den USA, Saudi Arabien und China erheblich entschärft worden.

Aus dem Schlussbericht wurde beispielsweise die Passge gestrichen, dass Nordamerika in den nächsten Jahrzehnten durch Klimawandel "erheblichen wirtschaftlichen Schaden, Zerstörung von Ökosystemen, soziale und kulturelle Auswirkungen durch Klimawandel" zu erwarten hat.

Gleichzeitig werfen diese Politiker der seriösen Wissenschaft vor, Panik zu schüren. Häufig wird der Zusammenhang zwischen Treibhauseffekt und menschliches Handeln bestritten ohne dafür einen stichhaltigen wissenschaftlichen Beweis zu liefern. Die rechtskonservative Presse leistet Flankenschutz indem der IPCC als ein Sammelsurium von Unheilspropheten und Hysterikern diffamiert wird. Siehe auch FAZ vom 12. April (Wider die Klimahysterie: www.faz.net).

In den USA berichtete vor kurzem die Union of Concerned Scientists, dass ihre Mitglieder in regierungsnahen und anderen Organisation massiv unter Druck gesetzt werden. Sätze oder Wörter wie "Klimawandel" oder "globale Erwärmung" sind Tabu. Entscheidende Passagen und Schlussfolgerungen werden aus offiziellen Berichten einfach gestrichen. Wissenschaftler werden dazu aufgefordert ihre Berichte zu ändern oder umzuschreiben. Die Bush-Regierung hat 2003 in einem offiziellen Bericht des Environmental Protection Agency (EPA) alle Hinweise auf Studien, die einen Zusammenhang zwischen Mensch und Treibhauseffekt nachweisen, einfach gestrichen. Hinzugefügt wurde eine Studie, die teilweise vom American Petroleum Institute finanziert wurde, und den Treibhauseffekt in Frage stellt. Ein Klimaexperte der NASA, James Hansen, berichtete, dass seine Vorgesetzten versucht hätten seine Vorlesungen und Webseiten zu zensieren. Es wurde ihm mit "erheblichen Konsequenzen" gedroht, falls er weiter eine Reduktion von Treibhausgasen fordern würde.

Kürzlich berichtete Philip Cooney, ein ehemalige Berater im Weißen Haus, vor dem amerikanischen Kongress, er habe im Auftrag der Bush-Regierung zahlreiche Änderungen in offiziellen Berichten vorgenommen. Beispielsweise habe er Passagen über das Abschmelzen der Gletscher mit Einfügungen ersetzt, dass es erheblichen wissenschaftlichen Zweifel am Klimawandel gebe.

Beim lesen des IPCC-Berichtes geht es nicht um Panikmache. Es ist eine sachliche Analyse verschiedene Szenarien, die dennoch zeigen wie dramatisch der Klimawandel unser Leben verändern wird, wenn wir heute nichts tun. http://www.ipcc.ch/